Der Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V. äußert seine tiefe Besorgnis über die gefährliche Eskalation der Lage im Iran im Zusammenhang mit den anhaltenden Volksprotesten sowie über die schwerwiegenden und systematischen Menschenrechtsverletzungen gegen friedliche Demonstrierende.
Nach zuverlässigen Feldinformationen und glaubwürdigen Berichten, die dem Verein vorliegen, hat die Zahl der Todesopfer 2.100 Personen überschritten, infolge des exzessiven Einsatzes von Gewalt und scharfer Munition durch iranische Sicherheitskräfte. Zudem wurden Hunderte Menschen willkürlich festgenommen, darunter Demonstrierende, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten in zahlreichen iranischen Städten, einschließlich der Region Ahwaz.
Darüber hinaus liegen dem Verein bestätigte Informationen vor, wonach iranische Geheimdienst- und Sicherheitsbehörden gezielt daran arbeiten, friedliche Proteste zu militarisieren, indem bewaffnete Sicherheitskräfte in Zivilkleidung unter die Demonstrierenden eingeschleust werden. Diese Elemente eröffnen das Feuer, plündern Banken und setzen staatliche Einrichtungen in Brand oder beschädigen sie, um bewusst Chaos zu erzeugen.
Nach Einschätzung des Vereins dienen diese Maßnahmen dazu, Vorwände für Sicherheitskräfte und die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) zu schaffen, um die Proteste gewaltsam niederzuschlagen und deren friedlichen Charakter gegenüber der nationalen und internationalen Öffentlichkeit zu verfälschen.
In diesem Zusammenhang hat der Ahwazischer Verein für Menschenrechte e.V. dokumentiert, dass die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars sogenannte „Geständnisse“ mehrerer Inhaftierter ausgestrahlt hat, die in verschiedenen iranischen Städten, einschließlich der Region Ahwaz, festgenommen wurden. Der Verein betont, dass diese Geständnisse unter physischer und psychischer Folter sowie unter rechtswidrigen Haftbedingungen erzwungen wurden, was einen eklatanten Verstoß gegen das Recht auf ein faires Verfahren sowie gegen internationale Übereinkommen zum absoluten Verbot von Folter darstellt.
Die Ausstrahlung erzwungener Geständnisse durch staatliche oder halbamtliche Medien stellt nach Ansicht des Vereins ein schwerwiegendes rechtliches und moralisches Verbrechen dar. Sie dient der Diffamierung der Inhaftierten und der Rechtfertigung der fortgesetzten Repression. Der Verein macht die iranischen Behörden uneingeschränkt für die Sicherheit, körperliche Unversehrtheit und das Leben aller Inhaftierten verantwortlich.