Human Rights Watch: Iran – Wachsende Beweise für landesweite Massaker
UN-Mitgliedstaaten sollten eine Sondersitzung des Menschenrechtsrats einberufen
Iranische Sicherheitskräfte haben nach der Eskalation landesweiter Proteste am 8. Januar 2026 Massentötungen an Demonstrierenden durchgeführt, erklärte Human Rights Watch heute.
Die Massentötungen durch iranische Sicherheitskräfte sind eine deutliche Erinnerung daran, dass Machthaber, die ihr eigenes Volk massakrieren, weiterhin Gräueltaten begehen werden, solange sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
UN-Mitgliedstaaten sollten dringend eine Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats einberufen, um Menschenrechte und Rechenschaftspflicht in Iran in den Mittelpunkt der internationalen Reaktion zu stellen.
(Beirut, 16. Januar 2026) – Iranische Sicherheitskräfte haben nach der Eskalation landesweiter Proteste am 8. Januar 2026 Massentötungen an Demonstrierenden durchgeführt, erklärte Human Rights Watch heute. Es wird angenommen, dass Tausende Demonstrierende und unbeteiligte Zivilisten getötet wurden, während die strengen staatlichen Einschränkungen der Kommunikation das wahre Ausmaß der Gräueltaten verschleiert haben.
Die Sicherheitskräfte verstärkten ihr tödliches Vorgehen nach dem 8. Januar koordiniert, was zu großflächigen Tötungen und Verletzungen von Demonstrierenden und Unbeteiligten im ganzen Land führte. Human Rights Watch überprüfte Beweise, wonach viele Demonstrierende durch Schusswunden an Kopf und Oberkörper getötet oder verletzt wurden. In den Medien zitierte iranische Offizielle räumten ein, dass die Zahl der Todesopfer die Tausendermarke erreicht habe.
„Die Massentötungen durch iranische Sicherheitskräfte seit dem 8. Januar sind in der Geschichte des Landes beispiellos und eine deutliche Erinnerung daran, dass Machthaber, die ihr eigenes Volk massakrieren, weiterhin Gräueltaten begehen werden, solange sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Lama Fakih, Programmdirektorin bei Human Rights Watch. „Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sollten dringend eine Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats einberufen, um Menschenrechte und Rechenschaftspflicht in Iran ins Zentrum der internationalen Reaktion zu stellen.“
Zwischen dem 12. und 14. Januar sprach Human Rights Watch mit 21 Personen, darunter Augenzeugen, Angehörige von Opfern, Journalistinnen und Journalisten, Menschenrechtsverteidiger, medizinisches Fachpersonal und andere gut informierte Quellen. Einige teilten Bildschirmaufnahmen von Zeugenaussagen, Sprachnachrichten und Bilder. Human Rights Watch analysierte zudem 51 verifizierte Fotos und Videos, die in sozialen Medien veröffentlicht oder direkt an die Forscher übermittelt wurden, und konsultierte die Unabhängige Forensische Expertengruppe des International Rehabilitation Council for Torture Victims, die Bilder von Verletzungen überprüfte.
Trotz schwerwiegender Kommunikationsbeschränkungen konnte Human Rights Watch Beweise für die Tötung von Demonstrierenden in mehreren Provinzen beschaffen und analysieren, darunter Teheran, Alborz, Kermanschah, Razavi-Chorasan, Gilan, Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad, Markazi und Mazandaran.
„Jeder, mit dem man heutzutage spricht, hat einen Verwandten, einen Freund oder einen Bekannten, der getötet oder verletzt wurde“, sagte eine interviewte Person. Andere berichteten von ähnlichen Erfahrungen.
Iran: Growing Evidence of Countrywide Massacres | Human Rights Watch